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Wozu Mission?

Wozu Mission?

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Mission ist ein Auftrag, der in der Bibel steht und bis heute wirkt.

Aber was bedeutet Mission heute in der katholischen Weltkirche und wozu ist sie da? Fragen, über die sich gut debattieren lässt – und die es lohnt, einmal rund um den Globus zu stellen.

Mission gestern, heute, morgen -
ein Web-Dossier von missio München.



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Die Pionierin

Geboren im Juli 1799 in Lyon, gab Pauline Jaricot schon früh ihr privilegiertes Leben als jüngste Tochter reicher Eltern auf und legte mit ihrem "Allgemeinen Verein zur Verbreitung des Glaubens" den Grundstein für die päpstlichen Missionswerke.

Illustration: Simon Schwartz

















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Paulines Bruder Philéas berichtete seiner Schwester von der Not und Armut, die er als Missionar in China erlebte. So beschloss sie Sammelaktionen zu organisieren. Auch die schlechte Situation der Arbeiter in ihrer Heimat in den schwierigen Jahren nach der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen trieb sie um. 














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Mit gerade einmal 19 Jahren gründete Pauline in ihrer Heimatstadt Lyon einen Missionsverein. Unter dem Motto "ein Sou für die Mission" sollte jedes Mitglied nicht nur wöchentlich spenden, sondern auch weitere Mitglieder gewinnen. 1833 zog Pauline mit ihren Mitstreiterinnen in das Haus Lorette, das zum Hauptquartier ihres zweiten großen Werkes, des "Lebendigen Rosenkranzes", wurde.

















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1922 erklärte Papst Pius XI. das von Pauline gegründete "Werk der Glaubensverbreitung" zu einem der vier päpstlichen Missionswerke. Paulines Ideen  und ihr Grundgedanke der Solidarität leben heute weltweit fort.








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"Bei der Gründung des Lyoner Vereins dachte sicher niemand daran, eine internationale Organisation ins Leben zu rufen. Aber schon 1825 entstanden erste Gruppen außerhalb des französischen Staatsgebiets und 1827 trafen die ersten Spenden aus Bayern in Lyon ein."
(Dr. Peter Pfister, Archiv- und Bibliotheksdirektor i.K., Diakon)

"Ein wichtiger Aspekt von Paulines Missionsverständnis ist das bewusste Nichtbeachten von Standesunterschieden. In Lyon im Jahr 1816 ist es keineswegs selbstverständlich, dass die reiche Kaufmannstochter mit Arbeiterinnen verkehrt wie mit Freundinnen."
(Sr. Susanne Schneider, Ordensfrau „Missionarinnen Christi“)

"Sich begegnen, miteinander Gottesdienst feiern, füreinander und miteinander zu beten und Verantwortung zu übernehmen. Das begleitet uns bei missio auch über das Jahr der Seligsprechung hinaus."

(Monsignore Wolfgang Huber, Präsident von missio München)

Mehr Fragen und Antworten sowie den gesamten Comic unter:
https://missio.com/pauline-jaricot














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Spurensuche


Er grüßt mich täglich. Seit ich denken kann, erhebt er seine linke Hand und blickt freundlich auf mich herab. Als kleines Mädchen war er ein Medizinmann für mich. Heute bin ich mir nicht sicher, was er ist. Und manchmal, beim ersten Kaffee, bin ich mir auch nicht sicher, ob es überhaupt in Ordnung ist, dass er mich begleitet.

Das Bild dieses afrikanischen Mannes, auf Tierhaut gemalt, stammt aus Kamerun. Jemand hat es vor mehr als 100 Jahren gezeichnet.

Mit dem Schiff brachte es Karl Heinrich Rügner, Missionskaufmann und mein Großonkel, 1912 nach Deutschland mit. Von wem und unter welchen Umständen er das Bild erworben hat, weiß niemand in meiner Familie.

Ich habe zu spät danach gefragt. Wie spät, das wundert mich als Journalistin, die ständig Fragen stellt, heute selbst.





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Die Fragen kommen erst, als ich vor gut einem Jahr in Hamburg recherchiere. Ich sitze an einer Reportage zur kolonialen Vergangenheit Deutschlands. Als ich im Hafen am historischen Afrika-Kai stehe, denke ich: Von hier aus ist Heinrich also gestartet.

Ich erinnere mich an die Postkarte, die zwischen den Seiten des mit Bast eingebundenen Fotoalbums lag.

Darauf das imposante Schiff „Eleonore Woermann“. Wie oft habe ich dieses Album in der Stube meiner Großtante Lene durchgeblättert, fasziniert von den Bildern aus einer mir völlig fremden Welt. Weiße Männer mit afrikanischen Fahrern in einem Holzboot, hinter ihnen der Dschungel – „eine Partie am Abofluss“. Oder Heinrich im weißen Anzug auf einer von Palmen gesäumten Veranda. Mit auf den Bildern ist oft ein junger Afrikaner, der „Boy“ für den Haushalt, wie „Oma Lene“ berichtete.

Heinrich konnte nicht mehr berichten von seiner Zeit bei der evangelischen Basler Mission. Er starb 1969, lange vor seiner deutlich jüngeren Frau.




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Eine Stunde später stehe ich im Treppenaufgang des „Afrikahauses“ in der Innenstadt, wo das Unternehmen Woermann seinen Sitz hat. Adolph Woermann, der mit dem Tausch von Schnaps und Waffen gegen Palmöl und Kautschuk reich wurde, hat hier den Grundstein für die erfolgreiche Afrika-Dampfschiffslinie gelegt.

Ich besehe mir die Galerie. Sie erinnert an die zweifelhaften Errungenschaften kolonialer Geschäfte.

Auf einer Tafel entdecke ich, was Heinrich auf seiner Überfahrt zum Frühstück aß: „Brisoletten, Eier nach Richelieu, Westfälischer Schinken“. Ich schicke ein Foto der Speisekarte in die Familien-Whatsapp-Gruppe.
Wie kam ein schwäbischer Bäckerssohn dazu, mit 21 Jahren nach Afrika auszureisen? Was hat er dort gemacht?




(Foto / Repro: Jörg Böthling)

















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Ich rufe bei der Basler Mission in der Schweiz an und stelle eine Rechercheanfrage. Schon am nächsten Tag die Antwort des Archivars von „Mission 21“, wie sich das Haus inzwischen nennt: Er habe über den Einsatz des Heinrich Rügner ab 1909 leider nur rudimentäre Angaben.

Über Heinrichs Arbeitgeber, die Missionshandelsgesellschaft (MHG), erfahre ich schon mehr. Sie sorgte in Indien, Ghana oder Kamerun dafür, dass die Stationen der Basler Mission mit Baumaterial versorgt wurden, verkaufte europäische Lebensmittel und Gebrauchswaren an Missionare.

Ich erinnere mich an ein Foto von einem Laden in Bonaku. Es gibt Fahrräder zu kaufen. Hat Heinrich hier gearbeitet?

Ich finde heraus, dass die MHG auch mit Palmöl, Kakao und Baumwolle handelte – und dass sie Sparkasse für Missionare und Einheimische war. Die Geschäfte in Deutsch-Kamerun liefen offenbar gut.

Die MHG investierte in Handwerksbetriebe und ließ Limonade herstellen, um gegen den Alkoholverkauf vorzugehen. Und: Sie rüstete „Expeditionen“ der Kolonialverwaltung aus. Immer mehr Stationen wurden entlang des Eisenbahnnetzes gegründet, immer weiter ins Landesinnere.

Mit dem Ersten Weltkrieg verlor die MHG jeglichen Besitz. Zu diesem Zeitpunkt war Heinrich schon zwei Jahre zurück in Deutschland.







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Mir wird klar, wie verwoben alles miteinander war, damals in Kamerun: die Missionsbewegung, die Absichten der Kolonialisten, das Voranschreiten des westlichen Lebensstils.

Es gab auch Konflikte, wie ich lese. So wollten die Missionare in ihren Schulen in indigener Sprache unterrichten, die Kolonialisten forderten Deutsch.

Das wurde offenbar gut gelernt, wie eine Postkarte zeigt: „Lieber Massa Rügner“ schreibt jemand 1913 an Heinrich, der inzwischen für eine Zigarrenfabrik arbeitet. „Massa“ vom englischen „Master“. „Dass Sie uns alle, ihre schwarzen Freunde und Mitarbeiter so bald vergessen haben, tut mir ordentlich leid. Doch glaube ich – es liegt am Zeitmangel. Hoffentlich geht es Ihnen gut. Ihr E. Dipoko.“

Mein Medizinmann findet sich inzwischen hinter Glas. Er ist ein Stück (Familien-) Geschichte, die es weiterzutragen gilt.
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Mission heute

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Wäre Mary John Mananzan geboren bevor die Spanier im 16. Jahrhundert die Philippinen eroberten, sie hätte als Priesterin wirken können. Zumindest wenn man einer Studie der heute 84-jährigen Theologin folgt. Demnach war in der indigenen Gesellschaft die Frau dem Mann gleichgestellt. Oft hatte sie eine spirituelle Funktion. Bis die ersten spanischen Galeonen an den Strand segelten. Und keine kam ohne Missionar an Bord. Das Weltbild änderte sich.














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120 Jahre nach dem Ende der spanischen Herrschaft sind die Philippinen das katholischste Land Asiens. Die Missionsbenediktinerin Mary John Mananzan ist die wohl bekannteste Vertreterin.

Wie bekommt sie ihn sortiert, diesen Widerspruch? Als selbstbewusste Nonne eines internationalen Ordens betont sie zwei Dinge: Glaube ist nicht verhandelbar, und: den Auftrag. „Folgen wir dem, was Jesus gesagt hat, ist es unsere Pflicht, an der Seite der Menschen zu stehen“, sagt sie. So stand sie schon in den 1970er Jahren gegen Diktator Marcos an der Seite der Arbeiter und Armen. Mit anderen Frauen gründet sie die erste feministische Organisation des Landes. Für die Regierung ist Sr. Mary John eine Terroristin.






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1971 verlässt Elisabeth Biela zum ersten Mal Europa. Sie fliegt nach Ghana. Ihr Ziel: eine abgelegene Missionsstation. Als Kind hatte sie mit der Büchse für die „armen Heiden in China“ gesammelt und von Afrika geträumt. Jetzt ist vieles anders als es sich die junge Missionsschwester des Ordens Unserer lieben Frau von Afrika – der Weißen Schwestern – ausgemalt hat.








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In der muslimisch geprägten Region genießt Biela, die als Religions- und Bibellehrerin eingesetzt war, den Austausch: Was steht im Koran? Was in der Bibel? Zu Ramadan betet sie mit.






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Heute lebt die 78-Jährige in einem interkulturellen Begegnungszentrum in Karlsruhe, zusammen mit anderen zurückgekehrten AfrikamissionarInnen. Die Tracht hat sie längst abgelegt; das Kreuz trägt sie immer. Die Mission geht weiter, jetzt für Geflüchtete: Bei Behördengängen helfen, zum Arzt begleiten – und zuhören.











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Wie in den 33 Jahren in Afrika. Nachwuchs aus Europa gibt es bei den Weißen Schwestern kaum mehr. Im Durchschnitt sind die 65 Ordensfrauen in Deutschland 88 Jahre. Längst liegt die Arbeit in Händen der 22 lokalen Gemeinschaften.










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Vor fünf Jahren gründete Maximilian Musindai aus Kenia das erste koptisch-katholische Kloster der arabischen Welt in Ägypten. Klingt nach Provokation: Ein urchristliches Symbol in einem zutiefst muslimischen Umfeld. Pater Maximilian, der die Islamwissenschaften zu seinem Fachgebiet gemacht hat, sieht das anders. Eher als Statement für Frieden und Dialog. „Zusammenleben kann nur funktionieren, wenn man den Glauben des Anderen kennt und versteht“, betont er.








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Das Kloster ist kein imposanter Bau, eher ein bescheidenes Haus. Auf den Feldern bauen die Mönche Mangos, Orangen und Datteln an. Sie pressen ihr eigenes Olivenöl. Zu den Nachbarn pflegen sie ein vertrauensvolles Verhältnis. Vielen Menschen aus den umliegenden Dörfern hat die Farm eine feste Arbeit gebracht. Und wenn nicht gearbeitet wird, wird gebetet – „ora et labora“, nach der benediktinischen Regel. Dafür hat Pater Max neben der kleinen Kapelle einen muslimischen Gebetsraum geschaffen.






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Seit knapp zehn Jahren lebt der deutsche Comboni-Pater Gregor Schmidt bei den Nuer im kriegsgebeutelten Südsudan. Ein 48-jähriger Missionar – in Deutschland gibt es nicht mehr viele wie ihn. Anders im Rest der Weltkirche, wie die kleine Pfarrei Holy Trinity zeigt: Zwei Mitbrüder stammen aus Mexiko und Guatemala, einer aus dem Südsudan.






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200 000 Menschen leben in der abgelegenen Diözese Malakal, auf einer Fläche von zwei Dritteln Deutschlands.
Davon sind 40 000 Katholiken. Bis zu vier Tage Marsch durch Sumpfgebiet nimmt Pater Gregor auf sich, um die entfernteste Gemeinde zu treffen. Es gibt keine Straßen, kein Handynetz, kaum Strom. Ethnische Konflikte und Familienfehden bringen Gewalt mit sich. „Der Staat ist abwesend“, sagt Pater Gregor. „Da wirkt die Kirche positiv auf eine Gesellschaft ein.“ Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung – das sind die großen Themen.






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Pater Gregor hat ein Examenszentrum aufgebaut. Es war das erste der ganzen Region und lange Zeit die einzige Möglichkeit für Jugendliche, einen Schulabschluss abzulegen.






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Im indischen Bhubaneswar sitzt Remya Thomas an ihrem Schreibtisch. Die junge Ordensfrau arbeitet oft bis in die Nacht. Sie leitet das St. Joseph’s College, wo Mädchen und Jungen aus schwierigen Familienverhältnissen lernen oder sich auf eine Ausbildung vorbereiten. Manche von ihnen sind drogenabhängig, andere wurden missbraucht.
















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Remyas eigener Weg begann an einer kirchlichen Schule. Sie wolle etwas zurückgeben, ihre Werte teilen, erklärt sie ihre Mission. Staatliche Schulen seien oft schlecht aufgestellt, Privatschulen könne sich kaum jemand leisten. „Viele Menschen hoffen auf die Kirche!“, antwortet sie auf die Frage nach dem Umgang mit der Missionsgeschichte Indiens. Auf der anderen Seite komme es immer wieder zu Gewalt gegen Christen. „Wir brauchen hier mehr Toleranz und Respekt“, fordert sie.









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Elvis Miti aus Sambia wollte einst Afrikamissionar werden. Dann packte ihn ein Einsatz für vernachlässigte Kinder so sehr, dass er beschloss, noch tiefer einzusteigen. Er sagte das Theologiestudium in London ab und machte stattdessen seinen Master in Sozialer Arbeit in Daressalam.

Heute leitet der 50-jährige vierfache Vater Projekte für die katholische Kirche und seit acht Jahren einen Palliativpflegedienst in Ndanda in Tansania – ein buntes Team aller Religionen, wie auch die rund 100 Patienten. Elvis Miti hat kein offizielles Amt, ist katholischer Laie. Eine Bezeichnung, die er ablehnt: „Der Begriff steht ursprünglich für jemanden ohne Beruf oder Kenntnisse. Wenn man sich die vielen Frauen und Männer vorstellt, die jeden Tag sicherstellen, dass die Kirche überall ihren Auftrag erfüllen kann...“

Seine Mission: „Ich versuche jeden Tag mehr zu geben, als zu nehmen“. Seine größte Niederlage: „Dass wir es nicht schaffen, uns finanziell auf eigene Beine zu stellen. Von Spenden abhängig zu sein, macht mir Angst.“










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Pfarrer Paul Igbo aus Nigeria kümmert sich seit vielen Jahren um die Menschen mehrerer Gemeinden im bayerischen Donaumoos. „Ich wusste um die leeren Kirchen in Deutschland“, sagt Igbo. „Aber sie zu füllen, ist nicht meine Mission. Meine Mission ist es, den Menschen in ihrer konkreten Lebenssituation mit einer von christlicher Hoffnung und Freude geprägten Lebenshaltung zu begegnen. Krankenhäuser und Schulen, das haben wir alles. Eher geht es um Sinnfragen.“






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Das Erbe bewahren


St. Ottilien ist das älteste Missionshaus in Deutschland. 1887 brachen von hier die ersten Benediktinermönche und Schwestern auf, zunächst nach Ostafrika, später nach Korea.

Sie sandten Gegenstände zurück, um nachrückenden Missionaren die Fremde anschaulich zu machen: Handwerkskunst, Alltagsgegenstände, getrocknete Pflanzen, präparierte Tiere. 1400 von 5000 Objekten sind im Museum zu sehen.

Gut fünf Prozent davon zählen zu den sogenannten sensiblen Objekten, wie Masken. Unter welchen Umständen Missionare Dinge erworben haben, lässt sich nicht immer klären.

Bei der Herkunft sieht es besser aus. Nach der europaweiten Diskussion um Rückgabe von Kulturgütern 2018 hat das Missionsmuseum eigene Leitlinien aufgesetzt.

P. Theophil Gaus spricht sich jedoch dafür aus, über Ländergrenzen hinaus zu denken: „Kunst als weltweites Erbe der Menschheit soll und darf in einer globalisierten Welt zirkulieren.“





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Die koreanische Kultur im Museum zum Beispiel stoße auf großes Interesse, gerade bei der koreanischen Community in Deutschland. Es gehe nicht darum, Rückgaben zu verhindern oder durch Treuhänderschaft kolonialistischem Denken Vorschub zu leisten.

„Im Missionsmuseum bewahren wir zum Beispiel die afrikanische Lebenswelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die im heutigen Afrika fast verschwunden ist.“

Gerne möchte das Team enger mit Menschen in den Herkunftsregionen in Austausch treten. Das Nationalmuseum in Daressalam hat noch kein Interesse bekundet. Unterdessen bleibt das Missionsmuseum beweglich.

Zum Beispiel mit einer neuen Installation zum Thema Mission.




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Das "Münchner Kirchenradio"
war zu Besuch in Sankt Ottilien
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Missionskritik ist oft zu
pauschal, findet Missions-
und
Kolonialhistoriker
Ulrich van der Heyden. 
Es gebe schließlich mehr
als eine
(europäische) Sicht
auf den Begriff Mission,
betont er im Interview
mit missio-Redakteurin 
Kristina Balbach.




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Vollbild
Herr van der Heyden, welche Rolle hatten Missionare?
Am Beispiel von Afrika kann man sagen, dass die Missionare meist zuerst vor Ort waren. Erst in der Zeit der direkten Kolonialherrschaft nach 1884 gab es Symbiosen zwischen Kolonialismus und Mission.

Zum Beispiel, wenn sich Missionare auf die Seite der kolonialen Truppen stellten.
Es stimmt, es gab Missionare, die Kolonialisten unterstützten und dafür vom deutschen Kaiser belobigt wurden. Es gab auch Missionare, die mit den Buren in Südafrika in den Krieg zogen. Ihre Kenntnisse der Geographie, Sprache und Medizin waren nützlich. Sie waren oft Mittler zwischen den Kulturen.

Sie haben in einem Interview gesagt, dass Sie immer mehr in die Position kämen, Missionare zu verteidigen.
Ich bin grundsätzlich kritisch eingestellt. Aber ich hatte einen wichtigen Moment der Erkenntnis, als ich einmal mit einem afrikanischen Bischof diskutierte. Als wir auf die Missionsgeschichte zu sprechen kamen, sagte er verwundert: „Aber ohne Missionare hätten wir doch den christlichen Glauben nicht!“. Selbst an den Universitäten in Afrika ist die Missionsgeschichte ein historisch eher unkritisches Thema. Es gibt dazu offensichtlich unterschiedliche Standpunkte. Und vor allen Dingen mehr Standpunkte als einen deutschen oder europäischen.

Aber es ist doch gut, dass in Deutschland der Blick für die Dekolonisierung so geschärft ist.
Ich beschäftige mich seit drei Jahrzehnten mit Missions- und Kolonialgeschichte. Es ist für mich eine Freude, dass das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Aber ich fordere mehr Sachlichkeit in der Debatte. Unser Blick ist zu eurozentrisch. Wichtig ist doch zu hören, was die Menschen sagen, dort, wo Missionare tätig waren oder tätig sind. Ich erinnere mich an eine katholische Missionsstation weit im Landesinneren von Togo. Dort kümmern sich Ordensschwestern um blinde und taube Kinder, die durchs Raster fallen. Was meinen Sie, wie die pauschale Missionskritik der Familien dieser Kinder ausfallen würde?

Lesen Sie das gesamte Interview mit Ulrich van der Heyden unter:
https://missio.com/aktuelles/nachrichten/missionskritik-ulrich-heyden
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Was ist Deine Mission?

Was Pauline Jaricot als junge Frau vor 200 Jahren angestoßen hat, wirkt in der Idee und in den Aufgaben von missio München bis heute. Sie hat den Grundstein für die päpstlichen Missionswerke weltweit gelegt.

Dafür wird sie am 22. Mai 2022 in Lyon seliggesprochen.

Damit blickt missio München auf eine traditionsreiche Geschichte – aber noch viel mehr auf eine Zukunft, die besonders in den Krisenzeiten dieser Tage große Herausforderungen mit sich bringt.







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Unsere Partner in Afrika, Asien und Ozeanien sind an der Seite der Menschen und nehmen diese Herausforderungen jeden Tag aufs Neue an. Diese Frauen und Männer handeln mit Stärke und Besonnenheit aus ihrem Glauben heraus.

Sie setzen sich ein für Menschenrechte und Würde, für Dialog und Religionsfreiheit. Sie hören zu, sie packen mit an. Sie sind vor Ort – und sie bleiben es auch, wenn Krieg herrscht.

Helfen Sie mit und lassen Sie uns gemeinsam für eine friedliche Welt einstehen!








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Impressum

"Wozu Mission?"
(c) 2022

Angaben gemäß § 5 TMG: missio - Internationales Katholisches Missionswerk Ludwig Missionsverein KdöR Pettenkoferstraße 26-28
80336 München

Vertreten durch: Geschäftsführender Vorstand
Monsignore Wolfgang Huber
Präsident

Kontakt:
Telefon: +49 (0)89 51 62-0
Telefax: +49 (0)89 51 62-618
E-Mail: info@missio.de 

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV:

Barbara Brustlein 
E-Mail: b.brustlein@missio.de
Tel.: +49 (0)89/ 51 62-610

Texte: Kristina Balbach, Bettine Kuhnert
Illustrationen (Pauline Jaricot):
Simon Schwartz
Technische Umsetzung:
Nicole Lamers, Christian Selbherr 
Bildnachweis:  Friedrich Stark / missio München

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